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2018

  • 12/2018

    Max-Planck-Gesellschaft verzichtet auf Elsevier-Zeitschriften

    Zur Unterstützung der DEAL-Verhandlungen wird der bisherige Vertrag nicht fortgeführt

    Die Wissenschaftlichen Mitglieder und der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) haben einhellig den Beschluss gefasst, dass die für die Literaturbeschaffung in der MPG zuständige Max Planck Digital Library (MPDL) ihr Elsevier-Abonnement Ende 2018 mit Ablauf der derzeit bestehenden Vereinbarung nicht verlängert. Sie bekräftigen damit gleichzeitig ihre Unterstützung für das nationale Lizenzierungsprojekt DEAL und schließen sich den etwa 200 Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland an, deren individuelle Vereinbarungen mit Elsevier bereits im Laufe der Jahre 2016 und 2017 nicht erneuert wurden. „DEAL steht ganz im Einklang mit den Zielen der von der Max-Planck-Gesellschaft maßgeblich beförderten OA 2020-Initiative,“ betont MPG-Präsident Martin Stratmann.

    DEAL ist eine gemeinsame Initiative der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen unter der Federführung der deutschen Hochschulrektorenkonferenz, die das Ziel verfolgt, bundesweite Verträge mit den drei größten Verlagen nach dem Modell „Publizieren und Lesen“ zu verhandeln. Hierüber soll das derzeit kostenpflichtige Abonnementsystem auf ein Modell umgestellt werden, in dem Forschende und die Allgemeinheit sofort barriere- und kostenfrei auf Forschungsergebnisse zugreifen können. Anstelle der Abonnements werden die Verlage für ihre Publikationsdienstleistungen direkt vergütet, wobei alle Publikationen deutscher Autoren in den Zeitschriften der Verlage unmittelbar frei zugänglich sind. Dieser Verhandlungsansatz ist eine Reaktion auf die unhaltbaren Preissteigerungen im Bereich der wissenschaftlichen Zeitschriften und auf den hemmenden Effekt, den ein eingeschränkter Zugang auf den Forschungsprozess hat.

    Die Verhandlungen mit Elsevier waren im Juli 2018 ausgesetzt worden, da der Verlag nicht bereit war, ein tragfähiges Vertragsmodell anzubieten, das einen freien Zugang zu allen Veröffentlichungen von Autoren deutscher Institutionen ermöglicht. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an den Einrichtungen ohne Elsevier-Zugang machen nun Gebrauch von alternativen Zugangswegen zu wissenschaftlichen Inhalten. In Zusammenarbeit mit den Institutsbibliotheken bietet die Max Planck Digital Library einen Bestellservice an, der die Versorgung mit den Inhalten, die ab Januar wegfallen werden, weiterhin sicherstellt.

    „Wir wollen einen echten Paradigmenwechsel im System des wissenschaftlichen Publizierens und damit die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters endlich ausnutzen“, so Gerard Meijer, Direktor am Fritz-Haber-Institut der MPG und Mitglied im DEAL-Verhandlungsteam. In einer weiteren Unterstützungsaktion für das Projekt DEAL traten 13 prominente Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft von ihren Positionen als Herausgeber sowie als Mitglieder von Beiräten der bei Elsevier erscheinenden Zeitschriften zurück.

    „Verträge nach dem Modell ‚Publizieren und Lesen‘ sind ein zentrales Instrument der Open-Access-Transformationsstrategie, die sowohl von DEAL auf Bundesebene als auch durch die Max-Planck-Gesellschaft in der internationalen Initiative Open Access 2020 vorangetrieben wird“, sagt Ralf Schimmer, Stellvertretender Leiter der Max Planck Digital Library. „Unser Ziel ist es, den Publikationsoutput der MPG über diese Verträge im Laufe der nächsten Jahre nahezu komplett frei zugänglich zu machen. Mit vielen der für die Max-Planck-Gesellschaft wichtigen Verlage, wie z.B. Springer Nature, Royal Society of Chemistry und Institute of Physics Publishing, ist der Einstieg in das neue Modell bereits gelungen. Weitere Verlage werden in 2019 folgen.“

    Die Max-Planck-Gesellschaft zählt 14.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die jährlich rund 12.000 neue Forschungsartikel veröffentlichen, von denen rund 1.500 in Elsevier-Zeitschriften erscheinen.

     

  • 12/2018

    Die 14. Berliner Open-Access-Konferenz sendet ein starkes Signal an die wissenschaftlichen Verlage

    Vom 4. bis 5. Dezember haben 170 Teilnehmer aus 37 Ländern weltweit darüber diskutiert, wo die Forschungsorganisationen und ihre Bibliothekskonsortien in ihren Verhandlungen mit den wissenschaftlichen Verlagen stehen, um das wissenschaftliche Publizieren auf Open Access umzustellen. An der 14. Berliner Open-Access-Konferenz, die von der Max-Planck-Gesellschaft veranstaltet und von der Max Planck Digital Library im Auftrag der Initiative „Open-Access 2020“ organisiert wurde, nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Forschungsförderungsorganisationen, Bibliotheken und Regierungen, Forschungsverbänden und anderen Dachorganisationen teil.

    Um den Übergang vom subskriptionsbasierten System des wissenschaftlichen Publizierens zu Open-Access-basierten Geschäftsmodellen herbeizuführen, erreichte die Konferenz einen Konsens zwischen den verschiedenen internationalen Gemeinschaften. Ein Schwerpunkt wurde auf transformative Vereinbarungen gelegt (z.B. „Read and Publish“), die derzeit als die geeignetsten Instrumente im Übergang zu Open Access gelten. Wie aus Erklärungen von Vertretern Japans, der Vereinigten Staaten, Südafrikas und anderer Länder deutlich wurde, geht die Bereitschaft, diesen Ansatz zu verfolgen, inzwischen über Europa hinaus, und wird derzeit von mehreren Ländern übernommen. Dies wurde insbesondere in einer Erklärung Chinas deutlich, der Nation mit dem größten Anteil an Forschungspublikationen.

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    Nachdem sich alle Organisationen am ersten Tag der Konferenz über die Ziele und Strategien abgestimmt hatten, wurden die CEOs der drei größten wissenschaftlichen Zeitschriften-Verlage – Elsevier, John Wiley & Sons und Springer Nature – vom Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Martin Stratmann, am zweiten Tag eingeladen, die weltweite Nachfrage nach transformativen Vereinbarungen zu diskutieren. Die Forschungsgemeinschaften wollen sich zu einem vollständigen und sofortigen Publizieren in Open Access verpflichten, zur Beibehaltung der Urheberrechte und zur Aushandlung transformativer Vereinbarungen, die befristete, vorübergehende und kostenneutrale Mittel für den Wechsel zu einem vollständigen Open Access innerhalb weniger Jahre darstellen. Dabei wird davon ausgegangen wird, dass Kosteneinsparungen folgen werden, wenn die Marktkräfte erst einmal greifen. Die Verlage wurden aufgefordert, sich nach diesen Grundsätzen für einen vollständigen und sofortigen Übergang zu Open Access einzusetzen.

    Es zeigte sich auch, dass es eine starke Übereinstimmung zwischen den Ansätzen von OA2020, Plan S, dem Jussieu Call und anderen Ansätzen gibt, die sich für mehr Open Access im Bereich wissenschaftlichen Publizierens einsetzen.

    Weitere Berichte werden in Kürze auf der Homepage der 14. Berliner Open-Access-Konferenz veröffentlicht:
    https://oa2020.org/b14-conference/

    Außerdem:

    Bericht in der Süddeutschen Zeitung online

    Nature News-Beitrag zur Konferenz (englisch)

     

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