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Wissen, frei verfügbar: Wie „OA Forward“ die Welt des wissenschaftlichen Publizierens verändern möchte

MaxIT und DEAS unterzeichnen Unterstützungsvertrag

Eine Forscherin in Nairobi liest die neueste Studie eines Kollegen aus München - ohne Zeitschriftenabonnement, ohne dafür zu bezahlen. Ein Student in Kolumbien kann die Forschungsergebnisse eines japanischen Teams direkt herunterladen, um sie in seiner eigenen Veröffentlichung zu zitieren: Einfacher Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen weltweit, das steckt hinter „OA Forward“. Max Planck Information & Technology (MaxIT) und die DEAL Open Access Services (DEAS) gGmbH haben nun einen Vertrag zur Unterstützung dieser internationalen Initiative geschlossen.

Internationale Initiative für freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen

OA Forward führt zentrale Aktivitäten der Open-Access-Initiative OA2020 sowie der Infrastrukturplattform ESAC (Efficiency and Standards for Article Charges) zusammen. Die Initiative unterstützt Forschungseinrichtungen weltweit dabei, Investitionen in wissenschaftliches Publizieren besser zu koordinieren, Transparenz im Publikationsmarkt zu erhöhen und die gemeinsame Verhandlungsmacht der Wissenschaft gegenüber internationalen Verlagen zu stärken.

„Die Max-Planck-Gesellschaft hat mit OA2020 eine wichtige Rolle bei der internationalen Transformation des wissenschaftlichen Publikationssystems gespielt“, sagt Dr. Oliver Zeiler, IT Executive Director von MaxIT. „Mit OA Forward wird diese Arbeit nun auf eine breitere institutionelle Basis gestellt. MaxIT bleibt dabei ein zentraler Partner, der die weitere Entwicklung strategisch begleitet.“

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Christian Agi (DEAS) und Dr. Oliver Zeiler (MaxIT)

 

Die Max-Planck-Gesellschaft als Treiber der internationalen Open-Access-Transformation

Mit der Initiative OA2020 hat die Max-Planck-Gesellschaft maßgeblich dazu beigetragen, den Übergang zu Open Access weltweit voranzubringen. Die Initiative brachte ein internationales Netzwerk von Forschungseinrichtungen zusammen und schuf erstmals eine koordinierte Plattform, über die Institutionen ihre Strategien im Umgang mit wissenschaftlichen Verlagen abstimmen konnten.

Formate wie die Berlin Open Access Conferences sowie gemeinsame Initiativen mit internationalen Partnern, darunter cOAlition S, haben den internationalen Austausch zwischen Forschungseinrichtungen, Politik und Verlagen gestärkt und den Wandel des Publikationssystems beschleunigt.

"Mit OA2020 hat die Max-Planck-Gesellschaft eine Gemeinschaft geschaffen, die die Erfahrung und den Zusammenhalt mitbringt, um auch grundsätzliche Themen des wissenschaftlichen Publikationswesens im Sinne der Wissenschaftsgemeinschaft zu verändern", sagt Christian Agi, Geschäftsführer von DEAL Open Access Services (DEAS). „OA Forward wird auf dieser Grundlage aufbauen und den bewährten, kooperativen Ansatz weiterführen.“

Die praktische Umsetzung dieser Strategie erfolgte insbesondere durch die Max Planck Digital Library (MPDL), Teil der MaxIT. Durch neue Verhandlungsmodelle und gemeinsame Infrastrukturen wurde die klassische Literaturversorgung der Forschungseinrichtungen weiterentwickelt: Statt ausschließlich den Zugang zu wissenschaftlicher Literatur zu finanzieren, ermöglichen viele Vereinbarungen heute das offene Publizieren wissenschaftlicher Ergebnisse.

Diese Entwicklung hat das wissenschaftliche Publikationssystem nachhaltig verändert. Weltweit existieren inzwischen mehr als 1.500 Open-Access-Publikationsvereinbarungen in über 70 Ländern, die zusammen jährlich mehr als eine Million wissenschaftliche Artikel abdecken, was Forschungseinrichtungen allein in Deutschland in den letzten Jahren Einsparungen in der Höhe eines dreistelligen Millionenbetrags ermöglicht hat. 

Globale Wirkung mit gemeinsamer Finanzierung

MaxIT beteiligt sich über einen Zeitraum von vier Jahren an der Durchführung von „OA Forward“. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Ziel ist es, mit vergleichsweise begrenzten Mitteln eine internationale Koordinationsstruktur zu stärken, die den Übergang zu offenen Publikationsmodellen langfristig unterstützt.

Über Max Planck Information & Technology (MaxIT)

Max Planck Information & Technology (MaxIT) bündelt zentrale IT- und Informationsinfrastrukturen der Max-Planck-Gesellschaft. Die Organisation unterstützt die Institute der Max-Planck-Gesellschaft bei der digitalen Transformation von Forschung und Verwaltung sowie bei der Entwicklung und Bereitstellung moderner Informations- und Dateninfrastrukturen. Dazu gehört auch die strategische Weiterentwicklung von Dienstleistungen und Infrastrukturen im Bereich wissenschaftlicher Kommunikation und Open Access.

Über DEAL Open Access Services (DEAS) gGmbH

Die DEAL Open Access Services (DEAS) gGmbH stärkt als gemeinnützige Gesellschaft Wissenschaft und Forschung in Deutschland, indem sie Zugang zu Open-Access-Publikationsdienstleistungen und wissenschaftlicher Literatur sicherstellt. Sie bietet die Infrastruktur, um Forschungseinrichtungen, Bibliotheken und Verlage in ganz Deutschland bei der Umsetzung entsprechender, transformativer Modelle zu unterstützen.

Gesellschafter sind zentrale Organisationen des deutschen Wissenschaftssystems, darunter die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), die Leibniz-Gemeinschaft, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Max-Planck-Gesellschaft (MPG), das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ) sowie die Technische Informationsbibliothek (TIB).

Premium-Support für Wissenschaft und Verwaltung: Max Planck Information and Technology gegründet

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft können seit Anfang 2026 auf noch mehr Unterstützung zählen: Zum 1. Januar wurde Max Planck Information and Technology (MaxIT) aus der Taufe gehoben. Dafür wurden zwei Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zusammengelegt, die Abteilung Informations- und Kommunikationstechnologie der Generalverwaltung und die Max Planck Digital Library (MPDL).

Die dadurch neu geschaffene zentrale Einrichtung der Max-Planck-Gesellschaft bietet zahlreiche forschungsunterstützende und verwaltungsbezogene Informations- und IT-Services an.

MaxIT Dr Oliver Zeiler

IT Executive Director Dr. Oliver Zeiler leitet MaxIT: „Mit unserer Arbeit halten wir den Max-Planck-Forscherinnen und -Forschern den Rücken frei. Wir kümmern uns beispielsweise um Softwarelizenzen, verhandeln mit Wissenschaftsverlagen über Open-Access-Verträge, analysieren große Datenmengen und stellen Tools zur Verfügung, die die Arbeit im Labor und am Schreibtisch erleichtern. Außerdem kümmern wir uns um IT-Lösungen für Büroarbeitsplätze und Verwaltungsvorgänge. Das ist in dieser Kombination einzigartig!“

Die Gründung von Max Planck Information and Technology ist Teil der IT-Strategie der Max-Planck-Gesellschaft, welche die wachsende Bedeutung der Informationstechnologie in allen Bereichen der Forschung betont. MaxIT steht in engem Austausch mit den Verwaltungsleitungen, Bibliotheken und IT-Abteilungen aller Max-Planck-Institute, der Max Planck Computing and Data Facility (MPCDF), dem Deutschen Klimarechenzentrum (DKRZ) und der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH (GWDG).

Dr. Oliver Zeiler betont: „Wir sind eine sehr vielseitige Einrichtung, kein reiner IT-Betrieb. Deswegen heißt es ‚Information and Technology‘. Über uns läuft die gesamte Grundversorgung mit wissenschaftlicher Literatur, wir denken Prozesse mithilfe Künstlicher Intelligenz neu, unser Team besteht aus Expertinnen und Experten aus den verschiedensten Bereichen. Bei MaxIT arbeitet eine Biologin mit einer Linguistin, nebenan ein Bibliothekar mit einem SAP-Profi. Dank dieser Vielfalt können wir den Forschenden an den Max-Planck-Instituten auf Augenhöhe begegnen und sie optimal betreuen.“

Auch das Thema operative IT-Sicherheit ist bei Max Planck Information and Technology angesiedelt. Insgesamt deckt MaxIT also eine große Bandbreite an Themen ab. 2026 wird ganz im Zeichen des Aufbruchs stehen: Das neu geschaffene Team brennt darauf, digitale Tools und Services sowie innovative Lösungen zu entwickeln und anzubieten. Künstliche Intelligenz wird zukünftig eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung von Services, der Automatisierung von Prozessen und der Unterstützung wissenschaftlicher Workflows spielen. Durch die Bündelung von Informations-, Technologie- und IT-Kompetenzen entstehen neue Synergien – zwischen Forschung und Verwaltung, zwischen zentralen Einrichtungen und Instituten sowie zwischen Menschen mit ganz unterschiedlichen fachlichen Hintergründen.

MaxIT Minerva

MaxIT versteht sich dabei als verlässlicher Partner, Impulsgeber und Enabler für eine zukunftsfähige, digital souveräne Max-Planck-Gesellschaft. Bisherige Vertragspartner der Max Planck Digital Library können sich weiterhin auf die gute Zusammenarbeit verlassen: Neuer Name, gleiche Leistung - die MPDL ist Teil von Max Planck Information and Technology. Die Verträge mit Verlagen bleiben unverändert, auch die bekannten Ansprechpartner*innen bleiben erhalten.

Weitere Infos:

Website von Max Planck Information and Technology: www.maxit.mpg.de

Neue Fördervereinbarung zwischen der Max Planck Digital Library und dem Verlag Mohr Siebeck: Förderung von Open Access Monografien und Sammelbänden

München, Tübingen, 10. Juli 2024

Die Max Planck Digital Library hat eine wegweisende Vereinbarung mit dem renommierten Verlag Mohr Siebeck geschlossen, die die Unterstützung von Open Access Publikationen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Max Planck Institute sicherstellt. Im Rahmen dieser Vereinbarung übernimmt die MPDL die anfallenden Mehrkosten, die durch die Veröffentlichung im Open Access entstehen, für Monografien und Sammelbände, an denen Forschende der Max-Planck-Gesellschaft und ihrer Institute inhaltlich beteiligt sind.  

Diese Kooperation ist seit 31.05.2024 in Kraft, hat eine Laufzeit von drei Jahren und gilt für alle Projekte, die innerhalb der Laufzeit durch den Verlag zur Publikation angenommen werden. Mit ihr wird ein wichtiger Beitrag zur freien Zugänglichkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse geleistet, was die Sichtbarkeit und den Austausch von Forschungsergebnissen erheblich verbessert. 

Die Förderung kann direkt beim Verlag Mohr Siebeck beantragt werden. Der Verlag leitet die Anträge anschließend zur Prüfung an die MPDL weiter. Dies stellt sicher, dass der Prozess für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler so reibungslos und effizient wie möglich verläuft. 

Weitere Informationen und Details zur Antragstellung können direkt beim Verlag Mohr Siebeck erfragt werden. 

Ádám Dér, Leiter des Bereichs Wissenschaftliche Informationsversorgung in der Max Planck Digital Library, merkt an: „Wir freuen uns sehr über die konstruktive und zukunftsweisende Partnerschaft mit Mohr Siebeck bei der Erweiterung unserer Unterstützung für Max-Planck-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler, die in den Geistes- und Sozialwissenschaften forschen. Diese neue Vereinbarung stellt nicht nur sicher, dass die monographischen Werke unserer Autorinnen und Autoren von der verbesserten Sichtbarkeit und Reichweite profitieren, die Open Access bietet, sondern unterstreicht auch die Bedeutung der Entwicklung neuer Modelle für Buchpublikationen.“ 

László Simon-Nanko, Leiter Vertrieb und Kundenservice bei Mohr Siebeck, betont: „Mit dieser Initiative unterstreicht Mohr Siebeck sein Engagement für Open Access und die Ermöglichung einer freien und breiten Verfügbarkeit wissenschaftlicher Arbeiten. Wir freuen uns auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der MPDL und sind überzeugt, dass diese Vereinbarung einen positiven Impuls für die wissenschaftliche Community darstellen wird.“ 

 

Kontakt 

Für die Max Planck Digital Library: 
Tina Planck 
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Für Mohr Siebeck: 
László Simon-Nanko 
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